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reiten, wo sich die Chaussee, die man eben zu Ende bringt, abschneiden
wird. Durch einen kleinen Fichtenwald rückten wir in's französische
Gebiet ein. Hier verändert sich der Schauplatz sehr. Was wir zuerst
bemerkten, waren die schlechten Wege.
Der Boden ist sehr steinicht, überall liegen sehr große Haufen
zusammen gelesen; wieder ist er eines Theils sehr morastig und quellig;
die Waldungen umher sind sehr ruiniret; den Häusern und Einwohnern
sieht man ich will nicht sagen Mangel, aber doch bald ein sehr enges
Bedürfniß an. Sie gehören fast als Leibeigne an die Canonici von St.
Claude, sie sind an die Erde gebunden, viele Abgaben liegen auf ihnen
(sujets à la main morte et au droit de la suite), wovon mündlich ein
mehreres, wie auch von dem neusten Edict des Königs, wodurch das droit
de la suite aufgehoben wird, die Eigenthümer und Besitzer aber
eingeladen werden, gegen ein gewisses Geld der main morte zu entsagen.
Doch ist auch dieser Theil des Thals sehr angebaut. Sie nähren sich
mühsam und lieben doch ihr Vaterland sehr, stehlen gelegentlich den
Bernern Holz und verkaufen's wieder in's Land. Der erste Sprengel
heißt le Bois d'Amont, durch den wir in das Kirchspiel les Rousses
kamen, wo wir den kleinen Lac des Rousses und les sept Moncels, sieben
kleine, verschieden gestaltete und verbundene Hügel, die mittägige
Gränze des Thals, vor uns sahen. Wir kamen bald auf die neue Straße,
die aus dem Pays de Vaud nach Paris führt; wir folgten ihr eine Weile
abwärts, und waren nunmehr von unserm Thale geschieden; der kahle
Gipfel der Dole lag vor uns, wir stiegen ab, unsre Pferde zogen auf
der Straße voraus nach St. Sergues, und wir stiegen die Dole hinan.
Es war gegen Mittag, die Sonne schien heiß, aber es wechselte ein
kühler Mittagswind. Wenn wir, auszuruhen, uns umsahen, hatten wir les
sept Moncels hinter uns, wir sahen noch einen Theil des Lac des
Rousses und um ihn die zerstreuten Häuser des Kirchspiels, der noir
Mont deckte uns das übrige ganze Thal, höher sahen wir wieder ungefähr
die gestrige Aussicht in die Franche-Comté und näher bei uns, gegen
Mittag, die letzten Berge und Thäler des Jura. Sorgfältig hüteten wir
uns, nicht durch einen Bug der Hügel uns nach der Gegend umzusehen, um
derentwillen wir eigentlich herauf stiegen. Ich war in einiger Sorge
wegen des Nebels, doch zog ich aus der Gestalt des obern Himmels
einige gute Vorbedeutungen. Wir betraten endlich den obern Gipfel und
sahen mit größtem Vergnügen uns heute gegönnt, was uns gestern versagt
war. Das ganze Pays de Vaud und de Gex lag wie eine Flurkarte unter
uns, alle Besitzungen mit grünen Zäunen abgeschnitten, wie die Beete
eines Parterres. Wir waren so hoch, daß die Höhen und Vertiefungen
des vordern Landes gar nicht erschienen.
Dörfer, Städtchen, Landhäuser, Weinberge, und höher herauf, wo Wald
und Alpen angehen, Sennhütten, meistens weiß und hell angestrichen,
leuchteten gegen die Sonne. Vom Lemaner-See hatte sich der Nebel
schon zurück gezogen, wir sahen den nächsten Theil an der diesseitigen
Küste deutlich; den sogenannten kleinen See, wo sich der große
verenget und gegen Genf zugeht, dem wir gegenüber waren, überblickten
wir ganz, und gegenüber klärte sich das Land auf, das ihn einschließt.
Vor allem aber behauptete der Anblick über die Eis- und Schneeberge
seine Rechte. Wir setzten uns vor der kühlen Luft in Schutz hinter
Felsen, ließen uns von der Sonne bescheinen, das Essen und Trinken
schmeckte trefflich. Wir sahen dem Nebel zu, der sich nach und nach
verzog, jeder entdeckte etwas, oder glaubte etwas zu entdecken. Wir
sahen nach und nach Lausanne mit allen Gartenhäusern umher, Vevey und
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