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Gegen Abend schließt die Franche-Comté mit flachstreichenden waldigen
Bergen den ganzen Horizont, wovon ein einziger ganz in der Ferne gegen
Nordwest sich unterschied. Grad ab war ein schöner Anblick. Hier ist
die Spitze, die diesem Gipfel den Namen eines Zahns gibt. Er geht
steil und eher etwas einwärts hinunter, in der Tiefe schließt ein
kleines Fichtenthal an mit schönen Grasplätzen, gleich drüber liegt
das Thal Valorbe genannt, wo man die Orbe aus dem Felsen kommen sieht
und rückwärts zum kleinen See ihren unterirdischen Lauf in Gedanken
verfolgen kann. Das Städtchen Valorbe liegt auch in diesem Thal.
Ungern schieden wir. Einige Stunden längeren Aufenthalts, indem der
Nebel um diese Zeit sich zu zerstreuen pflegt, hätten uns das tiefere
Land mit dem See entdecken lassen; so aber mußte, damit der Genuß
vollkommen werde, noch etwas zu wünschen übrig bleiben. Abwärts
hatten wir unser ganzes Thal in aller Klarheit vor uns, stiegen bei
Pont zu Pferde, ritten an der Ostseite den See hinauf, kamen durch
l'Abbaye de Joux, welches jetzt ein Dorf ist, ehemals aber ein Sitz
der Geistlichen war, denen das ganze Thal zugehörte. Gegen Viere
langten wir in unserm Wirthshaus an, und fanden ein Essen, wovon uns
die Wirthin versicherte, daß es um Mittag gut gewesen sei, aber auch
übergar trefflich schmeckte.
Daß ich noch einiges, wie man mir es erzählt, Canton Bern, und sind
die Gebirge umher die Holzkammer von dem Pays de Vaud. Die meisten
Hölzer sind Privatbesitzungen, werden unter Aufsicht geschlagen und so
in's Land gefahren. Auch werden hier die Dauben zu fichtenen Fässern
geschnitten, Eimer, Bottiche und allerlei hölzerne Gefäße verfertiget.
Die Leute sind gut gebildet und gesittet. Neben dem Holzverkauf
treiben sie die Viehzucht; sie haben kleines Vieh und machen gute Käse.
Sie sind geschäftig, und ein Erdschollen ist ihnen viel werth. Wir
fanden einen, der die wenige aus einem Gräbchen aufgeworfene Erde mit
Pferd und Karren in einige Vertiefungen eben der Wiese führte. Die
Steine legen sie sorgfältig zusammen und bringen sie auf kleine Haufen.
Es sind viele Steinschleifer hier, die für Genfer und andere Kaufleute
arbeiten, mit welchem Erwerb sich auch die Frauen und Kinder
beschäftigen. Die Häuser sind dauerhaft und sauber gebaut, die Form
und Einrichtung nach dem Bedürfniß der Gegend und der Bewohner; vor
jedem Hause läuft ein Brunnen, und durchaus spürt man Fleiß,
Rührigkeit und Wohlstand. Über alles aber muß man die schönen Wege
preisen, für die, in diesen entfernten Gegenden, der Stand Bern wie
durch den ganzen übrigen Canton sorgt. Es geht eine Chaussee um das
ganze Thal herum, nicht übermäßig breit, aber wohl unterhalten, so daß
die Einwohner mit der größten Bequemlichkeit ihr Gewerbe treiben, mit
kleinen Pferden und leichten Wagen fortkommen können. Die Luft ist
sehr rein und gesund.
Den 26. ward bei'm Frühstück überlegt, welchen Weg man zurück nehmen
wolle. Da wir hörten daß die Dole, der höchste Gipfel des Jura, nicht
weit von dem obern Ende des Thals liege, da das Wetter sich auf das
herrlichste anließ und wir hoffen konnten, was uns gestern noch
gefehlt, heute vom Glück alles zu erlangen; so wurde dahin zu gehen
beschlossen. Wir packten einem Boten Käse, Butter, Brot und Wein auf,
und ritten gegen Achte ab. Unser Weg ging nun durch den obern Theil
des Thals in dem Schatten des noir Mont hin. Es war sehr kalt, hatte
gereift und gefroren; wir hatten noch eine Stunde im Bernischen zu
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