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angeht. Zuvörderst also wollen wir an den Abschied von Realp und
unsern Weg hieher. Noch gestern Abend, ehe wir zu Bette gingen,
führte uns der Pater in sein Schlafzimmer, wo alles auf einen sehr
kleinen Platz zusammen gestellt war. Sein Bett, das aus einem
Strohsack und einer wollenen Decke bestund, schien uns, die wir uns an
ein gleiches Lager gewöhnt, nichts Verdienstliches zu haben. Er
Zufriedenheit, seinen Bücherschrank und andere Dinge. Wir lobten ihm
alles und schieden sehr zufrieden von einander, um zu Bette zu gehen.
Bei der Einrichtung des Zimmers hatte man, um zwei Betten an Eine Wand
anzubringen, beide kleiner als gehörig gemacht. Diese
Unbequemlichkeit hielt mich vom Schlaf ab, bis ich mir durch
zusammengestellte Stühle zu helfen suchte. Erst heute früh bei hellem
Tage erwachten wir wieder und gingen hinunter, da wir denn durchaus
vergnügte und freundliche Gesichter antrafen. Unsere Führer, im
Begriff den lieblichen gestrigen Weg wieder zurück zu machen, schienen
es als Epoche anzusehn und als Geschichte, mit der sie sich in der
Folge gegen andere Fremde was zu Gute thun könnten; und da sie gut
bezahlt wurden, schien bei ihnen der Begriff von Abenteuer vollkommen
zu werden. Wir nahmen noch ein starkes Frühstück zu uns und schieden.
Unser Weg ging nunmehr durch's Ursner Thal, das merkwürdig ist, weil
es in so großer Höhe schöne Matten und Viehzucht hat. Es werden hier
Käse gemacht, denen ich einen besondern Vorzug gebe. Hier wachsen
keine Bäume; Büsche von Saalweiden fassen den Bach ein, und an den
Gebirgen flechten sich kleine Sträucher durch einander. Mir ist's
unter allen Gegenden, die ich kenne, die liebste und interessanteste;
es sei nun daß alte Erinnerungen sie werth machen, oder daß mir das
Gefühl von so viel zusammengeketteten Wundern der Natur ein heimliches
und unnennbares Vergnügen erregt. Ich setze zum voraus, die ganze
Gegend, durch die ich Sie führe, ist mit Schnee bedeckt, Fels und
Matte und Weg sind alle überein verschneit. Der Himmel war ganz klar
ohne irgend eine Wolke, das Blau viel tiefer als man es in dem platten
Lande gewohnt ist, die Rücken der Berge, die sich weiß davon
abschnitten, theils hell im Sonnenlicht, theils blaulich im Schatten.
In anderthalb Stunden waren wir in Hospital; ein Örtchen das noch im
Ursner Thal am Weg auf den Gotthard liegt. Hier betrat ich zum
erstenmal wieder die Bahn meiner vorigen Reise. Wir kehrten ein,
bestellten uns auf Morgen ein Mittagessen und stiegen den Berg hinauf.
Ein großer Zug von Mauleseln machte mit seinen Glocken die ganze
Gegend lebendig. Es ist ein Ton, der alle Berg-Erinnerungen rege
macht. Der größte Theil war schon vor uns aufgestiegen, und hatte den
glatten Weg mit den scharfen Eisen schon ziemlich aufgehauen. Wir
fanden auch einige Wegeknechte, die bestellt sind, das Glatteis mit
Erde zu überfahren, um den Weg practicabel zu erhalten. Der Wunsch,
den ich in vorigen Zeiten gethan hatte, diese Gegend einmal im Schnee
zu sehen, ist mir nun auch gewährt. Der Weg geht an der, über Felsen
sich immer hinabstürzenden, Reuß hinauf, und die Wasserfälle bilden
hier die schönsten Formen. Wir verweilten lange bei der Schönheit des
einen, der über schwarze Felsen in ziemlicher Breite herunterkam.
Hier und da hatten sich, in den Ritzen und auf den Flächen, Eismassen
angesetzt, und das Wasser schien über schwarz und weiß gesprengten
Marmor herzulaufen. Das Eis blinkte wie Krystall-Adern und Strahlen
in der Sonne, und das Wasser lief rein und frisch dazwischen hinunter.
Auf den Gebirgen ist keine beschwerlichere Reisegesellschaft als
Maulthiere. Sie halten einen ungleichen Schritt, indem sie, durch
einen sonderbaren Instinct, unten an einem steilen Orte erst stehen
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