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allerheiligsten Religion gegeben, deren sich keine andre rühmen kann;
ihr einen Grund gegraben und eine Brustwehr aufgeführet, die die Hölle
selbst nicht überwältigen kann. Eben so ist es auch mit dem Texte der
heil. Schrift. Wir haben die Vulgata, wir haben eine approbirte
Übersetzung der Vulgata, und zu jedem Spruche eine Auslegung, welche
von der Kirche gebilliget ist. Daher kommt die Übereinstimmung, die
einen jeden erstaunen muß. Ob Sie mich hier reden hören an diesem
entfernten Winkel der Welt, oder in der größten Hauptstadt in einem
entferntesten Lande, den ungeschicktesten oder den fähigsten; alle
werden Eine Sprache führen, ein katholischer Christ wird immer
dasselbige hören, überall auf dieselbige Weise unterrichtet und
erbauet werden: und das ist's was die Gewißheit unsers Glaubens macht,
was uns die süße Zufriedenheit und Versicherung gibt, in der wir einer
mit dem andern fest verbunden leben, und in der Gewißheit, uns
glücklicher wieder zu finden, von einander scheiden können. Er hatte
diese Rede, wie im Discurs, eins auf das andre, folgen lassen, mehr in
dem innern behaglichen Gefühl, daß er sich uns von einer
vortheilhaften Seite zeige, als mit dem Ton einer bigotten
Belehrungssucht. Er wechselte theils mit den Händen dabei ab, schob
sie einmal in die Kuttenärmel zusa
bald holte er mit gutem Anstand seine Dose aus der Kapuze und warf sie
nach dem Gebrauch wieder hinein. Wir hörten ihm aufmerksam zu, und er
schien mit unserer Art, seine richte.
Den 13. Nov., oben auf dem Gipfel
des Gotthards bei den Kapuzinern.
Morgens um Zehn.
Endlich sind wir auf dem Gipfel unserer Reise glücklich angelangt!
Hier, ist's beschlossen, wollen wir stille stehen und uns wieder nach
dem Vaterlande zuwenden.
Ich komme mir sehr wunderbar hier oben vor; wo ich mich vor vier
Jahren mit ganz andern Sorgen, Gesinnungen, Planen und Hoffnungen, in
einer andern Jahrszeit, einige Tage aufhielt, und mein künftiges
Schicksal unvorahnend durch ein ich weiß nicht was bewegt Italien den
Rücken zukehrte und meiner jetzigen Bestimmung unwissend entgegen ging.
Ich erkannte das Haus nicht wieder. Vor einiger Zeit ist es durch
eine Schneelauwine stark beschädigt worden; die Patres haben diese
Gelegenheit ergriffen, und eine Beisteuer im Lande eingesammelt, um
ihre Wohnung zu erweitern und bequemer zu machen. Beide Patres, die
hier oben wohnen, sind nicht zu Hause, doch, wie ich höre, noch eben
dieselben die ich vor vier Jahren antraf. Pater Seraphim, der schon
dreizehn Jahre auf diesem Posten aushält, ist gegenwärtig in Mailand,
den andern erwarten sie noch heute von Airolo herauf. In dieser
reinen Luft ist eine ganz grimmige Kälte. Sobald wir gegessen haben,
will ich weiter fortfahren, denn vor die Thüre, merk' ich schon,
werden wir nicht viel kommen. Nach Tische.
Es wird immer kälter, man mag gar
die größte Lust sich oben drauf zu setzen, welches in diesen Gegenden,
wo die Öfen von steinernen Platten zusammen gesetzt sind, gar wohl
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