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daß jenes die obere schlechte Hälfte und dieses die untere bessere
besitzt, welche letztere eigentlich La Vallée du Lac de Joux genannt
wird. Ganz oben in dem Thal, gegen den Fuß der Septmoncels, liegt der
Lac des Rousses, der keinen sichtlichen einzelnen Ursprung hat,
sondern sich aus quelligem Boden und den überall auslaufenden Brunnen
sammelt. Aus demselben fließt die Orbe, durchstreicht das ganze
französische und einen großen Theil des Berner Gebiets, bis sie wieder
unten gegen die Dent de Vaulion sich zum Lac de Joux bildet, der
seitwärts in einen kleinen See abfällt, woraus das Wasser endlich sich
unter der Erde verlieret. Die Breite des Thals ist verschieden, oben
bei'm Lac des Rousses etwa eine halbe Stunde, alsdann verengert sich's
und läuft wieder unten aus einander, wo etwa zum bessern Verständniß
des Folgenden, wobei ich Sie einen Blick auf die Karte zu thun bitte,
ob ich sie gleich alle, was diese Gegend betrifft, unrichtig gefunden
habe.
Den 24. Oct. ritten wir, in Begleitung eines Hauptmanns und
Oberforstmeisters dieser Gegenden, erstlich Mont hinan, einen kleinen
zerstreuten Ort, der eigentlicher eine Kette von Reb- und Landhäusern
genennt werden könnte. Das Wetter war sehr hell; wir hatten, wenn wir
uns umkehrten, die Aussicht auf den Genfersee, die Savoyer und
Walliser Gebirge, konnten Lausanne erkennen und durch einen leichten
Nebel auch die Gegend von Genf. Der Montblanc, der über alle Gebirge
des Faucigni ragt, kam immer mehr hervor. Die Sonne ging klar unter,
es war so ein großer Anblick, daß ein menschlich Auge nicht dazu
hinreicht. Der fast volle Mond kam herauf und wir immer höher. Durch
Fichtenwälder stiegen wir weiter den Jura hinan, und sahen den See in
Duft und den Widerschein des Mondes darin. Es wurde immer heller.
Der Weg ist eine wohlgemachte Chaussee, nur angelegt um das Holz aus
dem Gebirg bequemer in das Land herunter zu bringen. Wir waren wohl
drei Stunden gestiegen, als es hinterwärts sachte wieder hinabzugehen
anfing. Wir glaubten unter uns einen großen See zu erblicken, indem
ein tiefer Nebel das ganze Thal, was wir übersehen konnten, ausfüllte.
Wir kamen ihm endlich näher, sahen einen weißen Bogen, den der Mond
darin bildete, und wurden bald ganz vom Nebel eingewickelt.
Die Begleitung des Hauptmanns verschaffte uns Quartier in einem Hause,
wo man sonst nicht Fremde aufzunehmen pflegt. Es unterschied sich in
der innern Bauart von gewöhnlichen Gebäuden in nichts, als daß der
große Raum mitten inne zugleich Küche, Versammlungsplatz, Vorsaal ist,
und man von da in die Zimmer gleicher Erde und auch die Treppe hinauf
geht. Auf der einen Seite war an dem Boden auf steinernen Platten das
Feuer angezündet, davon ein weiter Schornstein, mit Bretern dauerhaft
und sauber ausgeschlagen, den Rauch aufnahm. In der Ecke waren die
Thüren zu den Backöfen, der ganze Fußboden übrigens gedielet, bis auf
ein kleines Eckchen am Fenster um den Spülstein, das gepflastert war,
übrigens rings herum, auch in der Höhe über den Balken, eine Menge
Hausrath und Geräthschaften in schöner Ordnung angebracht, alles nicht
unreinlich gehalten.
Den 25. Morgens war helles kaltes Wetter, die Wiesen bereift, hier und
da zogen leichte Nebel: wir konnten den untern Theil des Thals
ziemlich übersehen, unser Haus lag am Fuß des östlichen noir Mont.
Gegen Achte ritten wir ab, und um der Sonne gleich zu genießen, an der
Abendseite hin. Der Theil des Thals, an dem wir hinritten, besteht in
abgetheilten Wiesen, die gegen den See zu etwas sumpfichter werden.
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