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und wo in der ganzen glatt überzogenen Weite nichts in die Augen fällt,
als die Furche die man gezogen hat.
Die Tiefen, aus denen man herkommt, liegen grau und endlos in Nebel
hinter einem. Die Wolken wechseln über die blasse Sonne,
breitflockiger Schnee stiebt in der Tiefe und zieht über alles einen
ewig beweglichen Flor. Ich bin überzeugt, daß einer, über den auf
diesem Weg seine Einbildungskraft nur einigermaßen Herr würde, hier
ohne anscheinende Gefahr vor Angst und Furcht vergehen müßte.
Eigentlich ist auch hier keine Gefahr des Sturzes, sondern nur die
Lauwinen, wenn der Schnee stärker wird als er jetzt ist, und durch
seine Last zu rollen anfängt, sind gefährlich.
Doch erzählten uns unsere Führer, daß sie den ganzen Winter durch
drüber gingen, um Ziegenfelle aus dem Wallis auf den Gotthard zu
tragen, womit ein starker Handel getrieben wird. Sie gehen alsdann,
um die Lauwinen zu vermeiden, nicht da wo wir gingen, den Berg
allmählich hinauf, sondern bleiben eine Weile unten im breitern Thal,
und steigen alsdann den steilen Berg gerade hinauf. Der Weg ist da
sicherer, aber auch viel unbequemer. Nach viertehalb Stunden Marsch
kamen wir auf dem Sattel der Furka an, bei'm Kreuz wo sich Wallis und
Uri scheiden. Auch hier ward uns der doppelte Gipfel der Furka, woher
sie ihren Namen hat, nicht sichtbar. Wir hofften nunmehr einen
bequemern Hinabstieg, allein unsere Führer verkündigten uns einen noch
tiefern Schnee, den wir auch bald fanden. Unser Zug ging wie vorher
hinter einander fort, und der vorderste, der die Bahn brach, saß oft
bis über den Gürtel darin. Die Geschicklichkeit der Leute, und die
Leichtigkeit womit sie die Sache tractirten, erhielt auch unsern guten
Muth; und ich muß sagen, daß ich für meine Person so glücklich gewesen
bin, den Weg ohne große Mühseligkeit zu überstehen, ob ich gleich
damit nicht sagen will, daß es ein Spaziergang sei. Der Jäger Hermann
versicherte, daß er auf dem Thüringerwalde auch schon so tiefen Schnee
gehabt habe, doch ließ er sich am Ende verlauten, die Furka sei ein S..
.r. Es kam ein Lämmergeier mit unglaublicher Schnelle über uns
hergeflogen; er war das einzige Lebende was wir in diesen Wüsten
antrafen, und in der Ferne sahen wir die Berge des Ursner Thals im
Sonnenschein. Unsere Führer wollten in einer verlassenen, steinernen
und zugeschneiten Hirtenhütte einkehren und etwas essen, allein wir
trieben sie fort um in der Kälte nicht stille zu stehen. Hier
schlingen sich wieder andere Thäler ein, und endlich hatten wir den
offenen Anblick in's Ursner Thal. Wir gingen schärfer und, nach
viertehalb Stunden Wegs vom Kreuz an, sahen wir die zerstreuten Dächer
von Realp. Wir hatten unsere Führer schon verschiedentlich gefragt,
was für ein Wirthshaus und besonders was für Wein wir in Realp zu
erwarten hätten. Die Hoffnung, die sie uns gaben, war nicht
sonderlich, doch versicherten sie, daß die Kapuziner daselbst, die
zwar nicht, wie die auf dem Gotthard, ein Hospitium hätten, dennoch
manchmal Fremde aufzunehmen pflegten. Bei diesen würden wir einen
guten rothen Wein und besseres Essen als im Wirthshaus finden. Wir
schickten einen deßwegen voraus, daß er die Patres disponiren und uns
Quartier machen sollte. Wir säumten nicht ihm nach zu gehen und kamen
bald nach ihm an, da uns denn ein großer ansehnlicher Pater an der
Thür empfing. Er hieß uns mit großer Freundlichkeit eintreten und bat
noch auf der Schwelle, daß wir mit ihnen vorlieb nehmen möchten, da
sie eigentlich, besonders in jetziger Jahrszeit, nicht eingerichtet
wären, solche Gäste zu empfangen. Er führte uns sogleich in ei ne
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