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wunderten, solche Gestalten in dieser Jahrszeit erscheinen zu sehen.
Wir fragten, ob der Weg über die Furka noch gangbar wäre? Sie
antworteten, daß ihre Leute den größten Theil des Winters drüber
gingen; ob wir aber hinüber kommen würden, das wüßten sie nicht. Wir
schickten sogleich nach solchen Führern; es kam ein untersetzter
starker Mann, dessen Gestalt ein gutes Zutrauen gab, dem wir unsern
Antrag thaten: Wenn er den Weg für uns noch practicabel hielte, so
sollt' ers sagen, noch einen oder mehr Kameraden zu sich nehmen und
mit uns kommen. Nach einigem Bedenken sagte er's zu, ging weg, um
sich fertig zu machen und den andern mitzubringen. Wir zahlten
indessen unserm Mauleseltreiber seinen Lohn, den wir mit seinem Thiere
nunmehr nicht weiter brauchen konnten, aßen ein weniges Käs und Brot,
tranken ein Glas rothen Wein und waren sehr lustig und wohlgemuth, als
unser Führer wieder kam und noch einen größer und stärker aussehenden
Mann, der die Stärke und Tapferkeit eines Rosses zu haben schien,
hinter sich hatte. Einer hockte den Mantelsack auf den Rücken, und
nun ging der Zug zu Fünfen zum Dorfe hinaus, da wir denn in kurzer
Zeit den Fuß des Berges, der uns links lag, erreichten und allmählich
in die Höhe zu steigen anfingen. Zuerst hatten wir noch einen
betretenen Fußpfad, der von einer benachbarten Alpe herunterging, bald
aber verlor sich dieser und wir mußten im Schnee den Berg hinauf
steigen. Unsere Führer wanden sich durch die Felsen, um die sich der
bekannte Fußpfad schlingt, sehr geschickt herum, obgleich alles
überein zugeschneit war. Noch ging der Weg durch einen Fichtenwald,
wir hatten die Rhone in einem engen unfruchtbaren Thal unter uns.
Nach einer kleinen Weile mußten wir selbst hinab in dieses Thal, kamen
über einen kleinen Steg und sahen nunmehr den Rhonegletscher vor uns.
Es ist der ungeheuerste, den wir so ganz übersehen haben. Er nimmt
den Sattel eines Berges in sehr großer Breite ein, steigt
ununterbrochen herunter bis da wo unten im Thal die Rhone aus ihm
herausfließt.
An diesem Ausflusse hat er, wie die Leute erzählen, verschiedene Jahre
her abgenommen; das will aber gegen die übrige ungeheure Masse gar
nichts sagen. Obgleich alles voll Schnee lag, so waren doch die
schroffen Eisklippen, wo der Wind so leicht keinen Schnee haften läßt,
mit ihren vitriolblauen Spalten sichtbar, und man konnte deutlich
sehen, wo der Gletscher aufhört und der beschneite Felsen anhebt.
Wir gingen ganz nahe daran hin, er lag uns linker Hand. Bald kamen
wir wieder auf einen leichten Steg über ein kleines Bergwasser, das in
einem muldenförmigen unfruchtbaren Thal nach der Rhone zu floß. Vom
Gletscher aber rechts und links und vorwärts sieht man nun keinen Baum
mehr, alles ist öde und wüste. Keine schroffen und überstehenden
Felsen, nur lang gedehnte Thäler, sacht geschwungene Berge, die nun
gar im alles vergleichenden Schnee die einfachen ununterbrochenen
Flächen uns entgegen wiesen. Wir stiegen nunmehr links den Berg hinan
und sanken in tiefen Schnee. Einer von unsern Führern mußte voran und
brach, indem er herzhaft durchschritt, die Bahn, in der wir folgten.
Es war ein seltsamer Anblick, wenn man einen Moment seine
Aufmerksamkeit von dem Wege ab und auf sich selbst und die
Gesellschaft wendete: in der ödesten Gegend der Welt, und in einer
ungeheuren einförmigen schneebedeckten Gebirgs-Wüste, wo man rückwärts
und vorwärts auf drei Stunden keine lebendige Seele weiß, wo man auf
beiden Seiten die weiten Tiefen verschlungener Gebirge hat, eine Reihe
Menschen zu sehen, deren einer in des andern tiefe Fußtapfen tritt,
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