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einige Monate an so einem Orte inne halten könnte und müßte, so würden
alle meine angefangenen Dramen eins nach dem andern aus Noth fertig.
Wir haben schon verschiedene Leute vorgehabt und sie nach dem
Übergange über die Furka gefragt, aber auch hier können wir nichts
Bestimmtes erfahren, ob der Berg gleich nur zwei Stunden entfernt ist.
Wir müssen uns also darüber beruhigen, und morgen mit Anbruch des
Tages selbst recognosciren und sehen, auch sonst bin, so muß ich
gestehen, daß mir's höchst verdrießlich wäre, wenn wir
zurückgeschlagen würden. Glückt es, so sind wir morgen Abend in Realp
auf dem Gotthard und übermorgen zu Mittage auf dem Gipfel des Bergs
bei den Kapuzinern; mißlingt's, so haben wir nur zwei Wege zur
Retirade offen, wovon keiner sonderlich besser ist als der andere.
Durch's ganze Wallis zurück und den bekannten Weg über Bern auf Luzern;
oder auf Brieg zurück und erst durch einen großen Umweg auf den
Gotthard! Ich glaube, ich habe Ihnen das in diesen wenigen Blättern
schon dreimal gesagt. Freilich ist es für uns von der größten
Wichtigkeit. Der Ausgang wird entscheiden, ob unser Muth und Zutrauen,
daß es gehen müsse, oder die Klugheit einiger Personen, die uns
diesen Weg mit Gewalt widerrathen wollen, Recht und Muth, das Glück
über sich erkennen müssen. Nachdem wir vorher nochmals das Wetter
examinirt, die Luft kalt, den Himmel heiter und ohne Disposition zu
Schnee gesehen haben, legen wir uns ruhig zu Bette.
Münster, den 12. Nov. früh 6 Uhr.
Wir sind schon fertig und alles ist eingepackt, um mit Tages Anbruch
von hier weg zu gehen. Wir haben zwei Stunden bis Oberwald, und von
da rechnet man gewöhnlich sechs Stunden auf Realp. Unser Maulthier
geht mit dem Gepäck nach, so weit wir es bringen können.
Realp, den 12. Nov. Abends.
Mit einbrechender Nacht sind wir hier angekommen. Es ist überstanden
und der Knoten, der uns den Weg verstrickte, entzwei geschnitten. Eh'
ich Ihnen sage, wo wir eingekehrt sind, eh' ich Ihnen das Wesen
unserer Gastfreunde beschreibe, lassen Sie mich mit Vergnügen den Weg
in Gedanken zurück machen, den wir mit Sorgen vor uns liegen sahen und
den wir glücklich, doch nicht ohne Beschwerde, zurückgelegt haben.
Um Sieben gingen wir von Münster weg und sahen das beschneite
Amphitheater der hohen Gebirge vor uns zugeschlossen, hielten den Berg,
der hinten quer vorsteht, für die Furka; allein wir irrten uns, wie
wir nachmals erfuhren; sie war durch Berge, die uns links lagen, und
durch hohe Wolken bedeckt. Der Morgenwind blies stark und schlug sich
mit einigen Schneewolken herum, und jagte abwechselnd leichte Gestöber
an den Bergen und durch das Thal. Desto stärker trieben aber die
Windweben an dem Boden hin und machten uns etlichemal den Weg
verfehlen, ob wir gleich, auf beiden Seiten von Bergen eingeschlossen,
Oberwald am Ende doch finden mußten. Nach Neune trafen wir daselbst
an und sprachen in einem Wirthshaus ein, wo sich die Leute nicht wenig
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