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sonst von kleinen Repositorien an den Wänden und in den Ecken
befestigt war, hatte artige Zierrathen von Drechsler- und Schnitzwerk.
An den Porträts, die in der Stube hingen, konnte man bald sehen, daß
mehrere aus dieser Familie sich dem geistlichen Stand gewidmet hatten.
Wir bemerkten auch eine Sammlung wohl eingebundener Bücher über der
Thür, die wir für eine Stiftung eines dieser Herren hielten. Wir
nahmen die Legenden der Heiligen herunter und lasen drin, während das
Essen für uns zubereitet wurde. Die Wirthin fragte uns einmal als sie
in die Stube trat, ob wir auch die Geschichte des heil. Alexis
gelesen hätten? Wir sagten Nein, nahmen aber weiter keine Notiz davon
und jeder las in seinem Capitel fort. Als wir uns zu Tische gesetzt
hatten, stellte sie sich zu uns und fing wieder von dem heil. Alexis
an zu reden. Wir fragten, ob es ihr Patron oder der Patron ihres
Hauses sei, welches sie verneinte, dabei aber versicherte, daß dieser
heilige Mann so viel aus Liebe zu Gott ausgestanden habe, daß ihr
seine Geschichte erbärmlicher vorkomme, als viele der übrigen.
Da sie sah, daß wir gar nicht unterrichtet waren, fing sie an uns zu
erzählen: Es sei der heil. Alexis der Sohn vornehmer, reicher und
gottesfürchtiger Eltern in Rom gewesen, sei ihnen, die den Armen
außerordentlich viel Gutes gethan, in Ausübung guter Werke mit
Vergnügen gefolgt; doch habe ihm dieses noch nicht genug gethan,
sondern er habe sich in der Stille Gott ganz und gar geweiht, und
Christo eine ewige Keuschheit angelobet. Als ihn in der Folge seine
Eltern an eine schöne und treffliche Jungfrau verheirathen wollen,
habe er zwar sich ihrem Willen nicht widersetzt, die Trauung sei
vollzogen worden; er habe sich aber, anstatt sich zu der Braut in die
Kammer zu begeben, auf ein Schiff das er bereit gefunden gesetzt, und
sei damit nach Asien übergefahren. Er habe daselbst die Gestalt eines
schlechten Bettlers angezogen und sei dergestalt unkenntlich geworden,
daß ihn auch die Knechte seines Vaters, die man ihm nachgeschickt,
nicht erkannt hätten. Er habe sich daselbst an der Thüre der
Hauptkirche gewöhnlich aufgehalten, dem Gottesdienst beigewohnt und
sich von geringem Almosen der Gläubigen genährt. Nach drei oder vier
Jahren seien verschiedene Wunder geschehen, die ein besonderes
Wohlgefallen Gottes angezeigt. Der Bischof habe in der Kirche eine
Stimme gehört, daß er den frömmsten Mann, dessen Gebet vor Gott am
angenehmsten sei, in die Kirche rufen und an seiner Seite den Dienst
verrichten sollte. Da dieser hierauf nicht gewußt wer gemeint sei,
habe ihm die Stimme den Bettler angezeigt, den er denn auch zu großem
Erstaunen des Volks hereingeholt. Der heil. Alexis, betroffen daß
die Aufmerksamkeit der Leute auf ihn rege geworden, habe sich in der
Stille davon und auf ein Schiff gemacht, willens weiter sich in die
Fremde zu begeben. Durch Sturm aber und andere Umstände sei er
genöthiget worden, in Italien zu landen. Der heil. Mann habe hierin
einen Wink Gottes gesehen und sich gefreut eine Gelegenheit zu finden,
wo er die Selbstverläugnung im höchsten Grade zeigen konnte. Er sei
daher geradezu auf seine Vaterstadt losgegangen, habe sich als ein
armer Bettler vor seiner Eltern Hausthür gestellt, diese, ihn auch
dafür haltend, haben ihn nach ihrer frommen Wohlthätigkeit gut
aufgenommen, und einem Bedienten aufgetragen, ihn mit Quartier im
Schloß und den nöthigen Speisen zu versehen. Dieser Bediente,
verdrießlich über die Mühe und unwillig über seiner Herrschaft
Wohlthätigkeit, habe diesen anscheinenden Bettler in ein schlechtes
Loch unter der Treppe gewiesen, und ihm daselbst geringes und
sparsames Essen gleich einem Hunde vorgeworfen. Der heil. Mann,
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