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Maurice gehen, wo der Freund, der mit den Pferden durch das Pays de
Vaud gegangen, eingetroffen sein wird. Morgen Abend gedenken wir
wieder hier zu sein, und übermorgen soll es das Land hinauf. Wenn es
nach dem Rath des Herrn de Saussure geht, so machen wir den Weg bis an
die Furka zu Pferde, sodann wieder bis Brieg zurück über den
Simpelberg, wo bei jeder Witterung eine gute Passage ist, über Domo
d'ossola, den Lago maggiore, über Bellinzona, und dann den Gotthard
hinauf. Der Weg soll gut und durchaus für Pferde practicabel sein.
Am liebsten gingen wir über die Furka auf den Gotthard, der Kürze
wegen und weil der Schwanz durch die italiänischen Provinzen von
Anfang an nicht in unserm Plane war; allein wo mit den Pferden hin?
die sich nicht über die Furka schleppen lassen, wo vielleicht gar
schon Fußgängern der Weg durch Schnee versperrt ist. Wir sind darüber
ganz ruhig und hoffen von Augenblick zu Augenblick wie bisher von den
Umständen selbst guten Rath zu nehmen. Merkwürdig ist in diesem
Wirthshause eine Magd, die bei einer großen Dummheit alle Manieren
einer sich empfindsam zierenden deutschen Fräulein hat. Es gab ein
großes Gelächter, als wir uns die müden Füße mit rothem W ein und
Kleien, auf Anrathen unsers Führers, badeten und sie von dieser
annehmlichen Dirne abtrocknen ließen.
Nach Tische.
Am Essen haben wir uns nicht sehr erholt und hoffen daß der Schlaf
besser schmecken soll.
Den 7ten. St. Maurice,
gegen Mittag.
Unter Weges ist es meine Art die schönen Gegenden zu genießen, daß ich
mir meine abwesenden Freunde wechselsweise herbeirufe, und mich mit
ihnen über die herrlichen Gegenstände unterhalte. Komm' ich in ein
Wirthshaus, so ist ausruhen, mich rückerinnern und an Sie schreiben
Eins, wenn schon manchmal die allzusehr ausgespannte Seele lieber in
sich selbst zusammenfiele und mit einem halben Schlaf sich erholte.
Heute früh gingen wir in der Dämmerung von Martinach weg; ein frischer
Nordwind ward mit dem Tage lebendig, wir kamen an einem alten Schlosse
vorbei, das auf der Ecke steht, wo die beiden Arme des Wallis ein Y
machen. Das Thal ist eng und wird auf beiden Seiten von
mannichfaltigen Bergen beschlossen, die wieder zusammen von eigenem,
erhaben lieblichem Charakter sind. Wir kamen dahin wo der Trientstrom
um enge und gerade Felsenwände herum in das Thal dringt, daß man
zweifelhaft ist, ob er nicht unter den Felsen hervor komme. Gleich
dabei steht die alte, vor'm Jahr durch den Fluß beschädigte Brücke,
unweit welcher ungeheure Felsstücke vor kurzer Zeit vom Gebirge herab
die Landstraße verschüttet haben. Diese Gruppe zusammen würde ein
außerordentlich schönes Bild machen. Nicht weit davon hat man ein e
neue hölzerne Brücke gebaut und ein ander Stück Landstraße eingeleitet.
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